Die Geschichte Groß- und Kleinbeuthens ist über Jahrhunderte hinweg eng mit dem Nuthestrom verbunden gewesen.
Zur Grenzsicherung zwischen den Herrschaftsgebieten Teltow und Zauche gab es in Kleinbeuthen - wie auch in Trebbin,
Gröben, Saarmund und Potsdam - eine Nutheburg, die den Übergang über die unzugänglichen Nuthesümpfe sicherte.
Kleinbeuthen
1367 wurde die Burg in Kleinbeuthen zum ersten Mal erwähnt. 1414 wurde sie von den Hohenzollern mit Hilfe der
"Faulen Grete", einem Riesenkanonengeschütz, eingenommen. Die Hohenzollern übernahmen die Herrschaft in der Mark
und verjagten die Raubritter von Quitzow, die bis dahin eine feste Zufluchtstätte in Beuthen hatten. Als Burgherren
folgten den von Schlabrendorffs die Gebrüder von Goertzke, denen das Lehen durch Johann Georg Markgraf von
Brandenburg im Jahre 1578 beurkundet wurde.
Kirchengeschichtlich ist Beuthen von besonderer Bedeutung, da in der Kleinbeuthener Kapelle einer der ersten
evangelischen Gottesdienste in der Gegend stattfand. Bis 1687 war die Burg noch bewohnt, dann entstand ein neues
Gutshaus in Großbeuthen. 1813 sollen Mauerteile der Burg noch vorhanden gewesen sein. Im Gefecht mit den napoleonischen
Truppen wurden diese Überreste abgetragen. Eine Reihe von Sagen und Legenden berichtet ferner von einem unterirdischen
Gang, der von der Burg bis hin zum Kapellenberg bei Blankensee führte.
Großbeuthen
Das Trauen, Taufen und Bestatten verlagerte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts zunehmend nach Großbeuthen, wo
1713/14 eine neue Kirche entstand, die man noch heute besichtigen kann (Termine für "Offene Kirche" sind beim
Kulturverein Großbeuthen e. V. zu erfragen). Es handelt sich um einen Fachwerkbau, dem 1847 ein Backsteinturm
angefügt wurde, da der ursprünglich angebrachte Turm schon im Jahre 1796 baufällig geworden war. Bei der Ausstattung
des Innern im Stil des Bauernbarock fällt besonders der Sternenhimmel ins Auge; ferner die Wappen an Patronatsgestühl
und Westempore, die an die bis zu ihrer Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges über 300 Jahre lang in Beuthen
ansässige Familie von Goertzke erinnern.
Auf dem Gutshof Großbeuthen befindet sich neben dem Gutshaus die mittlerweile denkmalgeschützte Brennerei, die
seit ihrer Erbauung durchweg in Betrieb gewesen ist. Wo früher einmal Kartoffelschnaps gebrannt wurde, wird heute
Industriealkohol hergestellt.
Die Orte Groß- und Kleinbeuthen laden mit ihren im 19. Jahrhundert durch Kiesabbau entstandenen Seen zu einem
erholsamen Ausflug in die Natur ein. Am östlichen Eingangstor des Naturpark Nuthe-Nieplitz gelegen, bietet sich
ein besinnlicher Spaziergang vorbei an Burgschanze und Nuthewehr in Kleinbeuthen an.