
UTA FRANKE
25.09.2007
Glau
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Sommerfinale mit Dame Ringelnatz-Texte auf der Bühne im Künstlerhaus Glau
Das war amüsante, aber keineswegs leichte Kost, die der Berliner Schauspiel-Künstler Hans-Dietrich Kühn auf der kleinen Bühne des Künstlerhauses Rollwenzelei in Glau präsentierte. Er war am Sonnabendabend Gast des Künstlerhauses, dessen Initiatoren – Schriftsteller Peter J.Fabich und Arzt Jürgen Bieberstein – zum Sommerausklang eingeladen hatten. Als "Literarische Dame" sprach Kühn Texte von Joachim Ringelnatz. Das heißt, er gestaltete sie, hauchte ihnen gewissermaßen Leben ein, satirisch, spöttisch oder auch grotesk. Ganz so, wie es der Maler und Dichter Hans Bötticher, genannt Joachim Ringelnatz, aufschrieb.
Hans-Dietrich Kühn, der sich insbesondere dem literarischen Kabarett und der Kleinkunst verschrieben hat, trug die Verse und die mitunter mehr als knappen Ringelnatz-Zeilen nuanciert, betont und pointiert vor. Köstlich zum Beispiel das Gedicht "Ich habe dich so lieb, ich könnte dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken". Die Kachel hatte Hans-Dietrich Kühn dabei. Natürlich direkt aus dem sächsischen Wurzen, dem Geburtsort von Ringelnatz.
Der Auftritt in Glau anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums machte dem Künstler Hans-Dietrich Kühn offensichtlich selbst so viel Spaß, dass es auch für das Publikum eine Freude war. "Als ,Literarische Dame’ gastiert der Schauspieler, Kabarettist und Entertainer bereits 30 Jahre zu Wasser und zu Lande, auf Show-Bühnen von Kreuzfahrtschiffen ebenso wie in Varietés und Kabaretts im In- und Ausland", stellte Peter J. Fabich den Gast des Abends vor. Ringelnatz sei einer seiner Lieblingsautoren, so Kühn, der aus dem Rheinland stammt und zunächst einen handfesten Beruf als Einzelhandelskaufmann erlernte.
Seitdem er 1977 nach Berlin übersiedelte, ist er überzeugter Berliner. Seine Spezialität ist es, literarische Texte zu sprechen oder zu singen, die eigentlich für Frauen geschrieben sind – in der Aufmachung als Dame. So entwickelte er seine ungewöhnliche Vortragskunst, die am Sonnabendabend in der als Varieté gestalteten Scheune an der Dorfaue von besonderer Wirkung war.
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