6. Lanz-Bulldog- und Dieselschlepper-Treffen in Lüdersdorf
Am Wochenende fand das 6. Lanz-Bulldog- und Dieselschlepper-Treffen in Lüdersdorf statt. Mehr als 50 Traktoren nahmen an der Sternfahrt teil.
Ohrenbetäubende Schläge waren in und um Lüdersdorf zu hören. Das 6. Lanz-Bulldog- und Dieselschlepper-Treffen begeisterte nicht nur Traktorenbesitzer, sondern auch Freunde alter Landmaschinen. Auf dem Gelände des Landgasthofs „Zum Schützen“ der Familie Schulze reihte sich ein Oldtimer an den anderen – von Grund auf restaurierte und meist mit neuem Anstrich versehene alte Traktoren. Viele sind schon über 70 Jahre alt.
Der Auftakt war am Freitag die große Sternfahrt. Mit durchschnittlich 30 PS machten sich die Traktoren auf den Weg nach Kummersdorf-Gut. Der Förderverein Kummersdorf-Gut hatte eine Besichtigung alter Bunker und eines unterirdischen Bahnhofs auf der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf organisiert.
Auf der Rückfahrt ließen es sich viele Schaulustige nicht nehmen, die vorbeifahrenden Landmaschinen zu bestaunen. Als der Regen nachgelassen hatte, konnten die Teilnehmer fachsimpeln, Ersatzteile tauschen und verkaufen. Hauptorganisator Dietmar Schulze reihte selbst auch zehn historische Traktoren in die Riege mit ein. „Zehn noch nicht fertig restaurierte Lanz Bulldogs habe ich noch auf dem Hof“, sagte der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser. Dieser Leidenschaft geht er schon seit seiner Jugend nach. „Anfang der neunziger Jahre wurde viel alte Landtechnik verschrottet. Das konnte ich einfach nicht mit ansehen.“
Gäste aus ganz Deutschland waren gekommen, um in wahrer Volksfestmanier zu schauen, zu staunen und Wissenswertes auszutauschen. Den weitesten Weg legte dabei Heino Dreyer aus Westerholz zurück. Zwei Tage war er mit seiner Frau auf dem Lanz Bulldog D5006U unterwegs und nach 350 Kilometern am Ziel Lüdersdorf angekommen. „Dieser Lanz Bulldog stammt aus dem Jahre 1938 und wurde 1954 erstmals restauriert“, erzählte Dreyer.
Der jüngste Teilnehmer mit neun Jahren war Paul Kürbs. Er reiste mit seinen Eltern an. „Ich schraube gerne selber an Traktoren rum“, erzählte Paul, der aus Utenbach kam. Er zeigte stolz seinen Lanz Bulldog D12S aus dem Jahre 1953. „Zwölf PS und unglaubliche 16 Km/h bringt der alte Trecker. Wir sind aber nicht selber gefahren, sondern haben ihn auf einen Hänger verladen“, so Paul.
Das ganze Wochenende über konnten sich Teilnehmer und Besucher Vorführungen einiger Lanz Bulldogs ansehen. Kegeln, Büchsenwerfen, Eisessen und Klänge der Ließener Blasmusik trugen zum Volksfestcharakter bei. Am Samstag gab es die Präsentation historischer Lanz Bulldogs und Dieselschlepper und eine landwirtschaftliche Vorführung. Am Abend boten „Die Farmer“ Tanz- und Schunkelmusik.
Der Präsident der Lanzfreunde Sachsen, Horst Bärsch, war mit 50 Mitgliedern und 20 Traktoren angereist. „Wir sind schon lange mit Familie Schulze befreundet und kommen immer gern her“, sagte er. Auf der Durchreise waren auch Fred und Margitta Niedermeyer aus Oehna. „Ich habe selber noch einen alten Mähdrescher zu Hause, der bei uns und in der Nachbarschaft noch zum Einsatz kommt“, so Fred Niedermeyer. Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst auf dem Feld. Nach dem Frühschoppen und weiteren Präsentationen endete das Wochenende in Begleitung der Havelländer Blasmusik.