Sprungziele

Christinendorf

Zwischen Trebbin und Zossen, eingebettet in die sanfte Landschaft Brandenburgs an der B246, liegt das idyllische Dorf Christinendorf – ein Ort, an dem ländliche Ruhe und gelebte Dorfgemeinschaft aufeinandertreffen. 

Viele liebevoll sanierte Drei- und Vierseithöfe prägen das harmonische Ortsbild und erzählen von der langen landwirtschaftlichen Tradition der Region. Zwischen alten Obstbäumen, gepflegten Vorgärten und weiten Feldern findet man hier ein Stück unverfälschtes Brandenburg, das seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, ohne auf modernes Dorfleben zu verzichten.

Zahlreiche historische Scheunen und Stallungen zeugen noch heute von der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Ortes und werden inzwischen vielfältig für die Pferdewirtschaft genutzt – sowohl im privaten Bereich als auch durch kommerzielle Anbieter. Damit hat sich Christinendorf auch als Standort für Pferdehaltung und Reitsport etabliert.

Darüber hinaus befindet sich im Ort die Jagdschule des Kreisjagdverbandes Teltow-Fläming, in der angehende Jäger ausgebildet werden. Sie ist zugleich ein Ort für jagdliche Veranstaltungen und fachlichen Austausch und unterstreicht die enge Verbindung der Region zur Natur und zum traditionellen Handwerk der Jagd.

Christinendorf ist zudem Teil des 5-Kirchen-Rundwegs (5-KRW) des Pfarrsprengels Christinendorf-Glienick. Dieser verbindet die fünf Kirchen in Glienick, Nunsdorf, Märkisch Wilmersdorf, Christinendorf und Schünow sowie die Orte Werben, Lüdersdorf und Gadsdorf. Der Rundweg führt entlang der Kirchen und Ortschaften und lädt dazu ein, die landschaftliche und kulturelle Vielfalt zwischen Teltow und Fläming zu entdecken. Zugleich stärkt er die Verbindung zwischen den Gemeinden, den Kirchgängern und allen, die als Gäste oder Zaungäste ein Stück Brandenburg erleben möchten.

Christinendorf ist lebendig: Feuerwehr, Jugendclub, Kindergarten und Gemeindezentrum sind feste Säulen des gesellschaftlichen Lebens. Der Dorfverein und der engagierte Chor sorgen dafür, dass es rund ums Jahr gemeinsame Feste, Musik und Begegnungen gibt – ob beim Sommerfest, Adventssingen oder in geselligen Runden auf dem Dorfplatz.

Auch für das tägliche Leben ist bestens gesorgt: Ein Friseur sowie ein Hofladen mit gemütlicher Biergartenatmosphäre bieten Gelegenheit für Austausch und Nachbarschaftsplausch – ganz im Sinne des gemeinschaftlichen Miteinanders, das Christinendorf so besonders macht.

Ein Platz zum Ankommen, Wohlfühlen und Verweilen im Charme der letzten Jahrhunderte – Christinendorf, ein brandenburgischer Ort mit Herz und Seele.

 

Aus den Anfängen der Ortsgeschichte

Das heutige Winkelangersdorf Christinendorf wurde erstmalig in einer Urkundenabschrift, die man auf das Jahr 1346 datiert hat, erwähnt. Diese Datierung hält nach neueren Erkenntnissen keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand. Willy Spatz, der bekannte Historiker des Telwow, brachte den Ort - im Gegnsatz zu vielen slawischen Ortsgründungen in der Region - als eine deutsche Gründung des 13. Jahrhunderts. Eine gesicherte frühe schriftliche Erwähnung von Christinendorf wäre 1375. In diesem Jahr hatte Kaiser Karl IV. praktisch eine Bestandsaufnahme der Mark Brandenburg vornehmen lassen, die uns im Landbuch der Mark Brandenburg überliefert ist. Hierin findet auch Christinendorf (und zwar als Kerstynendorf) Erwähnung. Zu dieser Zeit gehörte Christinendorf zur Burg Trebbin. Seit dem Ausgang des 15. Jahrhunderts gehörte Christinendorf zum 1,5 Meilen entfernten kurfürstlichen Amt Zossen. Die Schreibweise des Ortes hat sich im Verlaufe der Jahrhunderte mehrmals geändert. Bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts hieß der Ort Christinendorf.

Woher kommt die Ortsbeschreibung

Die früher oft und gern erzählte Geschichte, die Ortsbeschreibung sei vom Namen einer Prinzessin Christine abgeleitet, die sich auf der Durchreise befand und dort ihr Kind zur Welt gebracht haben soll, entbehrt jeder historischen Grundlage und gehört in den Bereich der Legenden. Die Ortsbezeichnung Christinendorf geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf die deutschen Personennamen Kersten oder Christian zurück. 1651 steht zum ersten Mal Christinendorf in den Akten.

Anmerkung zur Kirchengeschichte

Die erste Kirche von Christinendorf ist bereits im 14. Jahrhundert als Wehrkirche errichtet worden. In dieser Zeit gehörte Christinendorf zur Propstei Zossen und mit dieser zur Diözese Meißen. Das heutige Gotteshaus ist ein barocker Putzbau aus dem Jahre 1754. Die erste Glocke stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der erste lutherische (reformierte) Pfarrer war Johann Frank. Er trat dort um 1540 seinen Dienst an. Erst 1877 konnte sich Christinendorf eine Orgel der Firma Remler anschaffen und installieren. Seitdem ist viel Zeit vergangen und eine umfangreiche Renovierung wurde notwendig. 2004 erlangte die Restauration der Kirche ihren Höhepunkt. Es wurde mit hohem Aufwand der schiefe Turm gerichtet.